Der Dramatiker Aristophanes

Aristophanes (deutsche Aussprache [aʀɪsˈtofanɛs], altgriechisch Ἀριστοφάνης Aristophánēs; * zwischen 450 v. Chr. und 444 v. Chr. in Athen; † um 380 v. Chr. ebenda) war ein griechischer Komödiendichter.
Aristofanes
Aristofanes

Vorderseite der Doppelbüste des Aristophanes in den Uffizien in Florenz

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Δαιταλεῖς
(DAITALEIS)
Die Schmausbrüder
The Banqueteers


427 v. Chr.- Daitaleis Die Schmausbrüder

Zweiter Preis bei den Dionysien
* ''[[Die Babylonier]]'': 426 v. Chr., erster Preis bei den Dionysien
* ''[[Die Acharner]] (Acharnes)'': 425 v. Chr., erster Preis bei den [[Lenaia|Lenäen]]
* ''[[Die Ritter]] (Hippeis)'': 424 v. Chr., erster Preis bei den Lenäen
* ''Die Bauern (Georgoi)'': 424 v. Chr., Teilnahme an den Dionysien
* ''Die Handelsschiffe'': 423 v. Chr., Teilnahme an den Lenäen
* ''[[Die Wolken]] (Nephelai)'': 423 v. Chr., dritter Preis bei den Dionysien
* ''Proagon'': 422 v. Chr., erster Preis bei den Lenäen
* ''[[Die Wespen]] (Sphekes)'': 422 v. Chr., zweiter Preis bei den Lenäen
* ''Das Alter (Geras)'': 422 v. Chr.
* ''[[Der Frieden]] (Eirene)'': 421 v. Chr., zweiter Preis bei den Dionysien
* ''Die Wolken (Nephelai)'': 419/418 v. Chr., vom Autor unveröffentlichte Überarbeitung der Version von 423 v. Chr.
* ''Anagyros'': 418–416 v. Chr.
* ''Amphiaraus'': 414 v. Chr., Teilnahme an den Lenäen
* ''[[Die Vögel (Aristophanes)|Die Vögel]] (Ornithes)'': 414 v. Chr., zweiter Preis bei den Dionysien
* ''[[Lysistrata]]'': 411 v. Chr., Teilnahme an den Dionysien
* ''[[Die Thesmophoriazusen]] (Thesmophoriazusai)'': 411 v. Chr., Teilnahme an den Lenäen
* ''Triphales'': 410 oder 409 v. Chr.
* ''Gerytades'': 408 v. Chr.
* ''[[Der Reichtum]] (Plutos)'': 408 v. Chr.
* ''Die Wolken (Nephelai)'': 408 v. Chr., offenbar kein Zusammenhang mit den anderen gleichnamigen Stücken
* ''Die Thesmophoriazusen II'': 410–406 v. Chr.
* ''[[Die Frösche]] (Batrachoi)'': 405 v. Chr., erster Preis bei den Lenäen
* ''Telemessians'': vermutlich 402 v. Chr.
* ''Die Störche'': 399 v. Chr.
* ''[[Die Weibervolksversammlung]] (Ekklesiazusai)'': 392 v. Chr.
* ''Der Reichtum (Plutos)'': 388 v. Chr., Überarbeitung der Version von 408 v. Chr.
* ''Kokalos'': 387 v. Chr., erster Preis bei den Dionysien
* ''Aiolosikon'': 386 v. Chr., bearbeitete Version (Datum der Erstfassung unbekannt)

  • Die Schmausbrüder, griechisch Daitaleis, ist die erste Komödie des griechischen Dichters Aristophanes. 427 v. Chr., die auf den Dionysien durch Kallistratos aufgeführt und mit dem zweiten Preis honoriert wurde. Der Nachwelt blieb sie jedoch nur als Fragment erhalten.
     

  • Inhalt
    Inhalt des Stückes ist die Beziehung zwischen einem Vater und seinen beiden Söhnen, von denen einer moralisch, der andere unsittlich ist. Als beide den gemeinsamen Hof verlassen und zu einem städtischen Sophisten geschickt werden, flieht der Moralische bald aufgrund der dort herrschenden Unanständigkeit, während der Unmoralische bleibt, um die hinterhältigen Geschäftsgeheimnisse des Sophisten zu erfahren.


    Aristophanes stellt hier den Gegensatz zwischen der traditionellen Erziehung, die mehr Wert auf moralisches Verhalten bzw. Reden legt, und der „neuen“ Erziehung dar, der es mehr um Redekunst, Spitzfindigkeit, Prahlerei und weniger um vernünftige Argumentation geht.

    Der unmoralische Sohn hat sich diesen neuen Werten verschrieben, während der Vater als Repräsentant der alten Ausbildung fungiert und es an dieser Stelle zur voraussehbaren Trennung der beiden Generationen kommt. Das Publikum soll jedoch mit dem Vater und seinem moralischen Abkömmling sympathisieren, der aufgrund seiner Rechtschaffenheit zum moralischen Helden des Stückes wird.
     

  • Anmerkungen:
    Laut der Suda handelt es sich um Thiasoten, also Mitglieder eines Herakles-Thiasos (einer Gruppe von Sängern und Tänzern also), die in einem Heiiigtum des Herakles in  Eridanos am Kydathen ein gemeinsames Mahl und Gelage abhalten. Dabei wird ein Thiasos immer von mehreren Angehörigen eines bestimmten Demen und/oder Verwandten gebildet, etwa wie ein Verein oder einer privaten Kultgemeinschaft, die auch einfach Feste feiert oder Umzüge veranstaltet.

  • Bei dem Mahl nehmen neben dem Vater und seinen beiden Söhnen "Sophron" und "Katapygon" (Lotterknabe) nur die Mitglieder des Chores teil.

  • In dieser Arbeit stellt er die Beziehung zwischen einem Vater und seinen beiden Söhnen dar. Der eine ist tugendhaft, der andere unmoralisch. Die beiden jungen Männer verlassen ihr Zuhause und gehen zur Ausbildung zu einem staatlichen Philosophen. Der tugendhafte Mann ist gezwungen, die Schule zu verlassen, während der Unmoralische bleibt, um die Tricks seines Lehrers besser zu lernen. Aristophanes schimpft mit den Neuerungen der Pädagogen seiner Zeit, die statt der traditionellen Tugendlehre die Klatschkunst lehren und sich noch geschickter rechtfertigen und prahlen können.
     

Aristophanes arbeitet zunächst mehrere Jahre nur an den Stücken anderer Autoren mit, bevor er dieses Stück schreibt. Es wird aber in der Regie von Kallistratos aufgeführt. Erst mit den "Daitaleis" tritt er als Dichter und Regisseur (als Dichter und Regisseur in einer Person (Chorodidáskalos) auf. 

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